Kleist und Käthchen in Heilbronn

Heinrich von Kleist und "Käthchen von Heilbronn" in der "Chronik der Stadt Heilbronn"

(Chronik der Stadt Heilbronn. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn. Der erste Band (741-1895) ist ein Reprint der Ausgabe von 1926. Die Bände, soweit nachgewiesen, werden zitiert als "Chronik" mit Bandnummer)


Käthchenhaus
Unter 1433: Kübel (Topographie usw. [G. C. F. Kübel, Topographie, Statistik und Geschichte der Stadt Heilbronn, von ihrem Ursprung bis 1803 aus Archivalakten und andern Nachrichten gesammelt. 1824. Handschrift. Folio. Eigentum des Historischen Vereins Heilbronn. (Histor. Mus. 1456.]) hält dieses Haus am Markt [das Eckkhaus am Markt (Käthchenhaus)] für das älteste und meint, es sei die alte Königliche Pfalz gewesen. Von einem "Käthchenhaus" scheint er, der 1825 schrieb, noch nichts zu wissen, wenigstens erwähnt er desselben, auch wo er Gelegenheit hätte, nicht. So viel steht fest, daß man vor der 1808-1810 erschienenen Dichtung Heinrich v. Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" weder im übrigen Deutschland, noch auch in Heilbronn irgendeine Kenntnis oder Ahnung von einem Käthchen und von der Käthchensage hatte.
(Chronik I, 1895, S. 57)

Käthchenhaus
Unter 1595: Erbauung des zweiten Gebäudes mit Renaissancegiebel östlich vom Rathaus, des Syndikatshauses […]. Zuvor war die Wohnung des städtischen Syndikus in dem Steinhaus an der Ecke des Marktplatzes (sog. Käthchenhaus) gewesen, das am Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz der Familie Hüngerlin war und damals auch noch Syndikatshaus hieß. Im Jahr 1515/16 bot der württembergische Rat Hüngerlin dieses Haus dem Rat zum Kauf an, zog aber später sein Angebot wieder zurück, und so wurde dieses Haus nie städtisch, sondern blieb im Privatbesitz.
(Chronik I, S. 142f.)

Heilbronn und "Ur-Käthchen" Elisabeth (Lisette) Kornacher
Unter 1783: Dr. Eberhard Gmelin (geb. 1751) kommt als Physikus nach Heilbronn. Er war ein Vertreter und Anhänger der Mesmerischen Lehre. Er machte Kuren mit Anwendung des "animalischen (tierischen) Magnetismus" (Hypnotismus). Hierüber Schrift von ihm 1793. Unter andern behandelte er hypnotisch Elisabeth Kornacher, Tochter des Bürgermeisters, woüber er schrieb "Geschichte einer magnetischen Schlafrednerin 1789". Diese Schrift, die er dem Professor und Physiologen Schubert in Desden zusandte, gab dem Dichter Heinrich v. Kleist, der sie dort kennen lernte, Anregung und Anlaß zu seinem Schauspiel "Das Käthchen von Heilbronn". Vgl. Dürr, Neues zum Alten über das Käthchen von Heilbronn. Neckar-Zeitung vom 16. April 1904.
(Chronik I, S. 312)
Wichtiger Hinweis
Nach heutiger Kenntnis in mehrfacher Hinsicht nicht haltbar.
1. Das fragliche Krankheitsbild paßt nicht auf Elisabeth Kornacher, sondern auf eine Charlotte Elisabethe Zobel, die damit, wenn überhaupt, das Heilbronner "Ur-Käthchen" wäre, wie Christhard Schrenk überzeugend nachgewiesen hat
(Schrenk, Christhard: Das Käthchen von Heilbronn. Einige Überlegungen zu Kleists Ritterschauspiel. Heilbronn: Kleist-Archiv Sembdner 2005. [Reprint aus: Jahrbuch des Historischen Vereins Heilbronn 33/1993]),
2. die Gmelin-These ist nicht mehr als eine von zahllosen, durch Quellen nicht zu belegende lokalpoatriotisch gefärbte Spekulation.
(Zu neueren Überlegungen siehe: Emig, Günther: Griselda von Heilbronn oder die Gehorsamkeitsprobe. Schreibtischmonolog über ein nicht gefundenes Flugblatt zum "Käthchen von Heilbronn". In: Heilbronner Kleist-Blätter 24. 2012)

Käthchenhaus
Unter 1810: Das "Käthchen" von Heilbronn, das Drama Heinrich von Kleists, erscheint im Druck. Vor Erscheinen dieses Schauspiels wußte man nirgendwo von einem Käthchen von Heilbronn. […] Hier stempelte man das alte, hohe Haus an der südwestlichen Ecke des Marktplatzes zum Käthchenhaus.
(Chronik I, S. 345)

1872-08-17
Besuch des deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Heilbronn. Ankunft 4 Uhr, Fahrt durch die reichbeflaggten Straßen bis zum Bahnübergang an der Weinsberger Straße, wo der Kronprinz nach Empfang von Erfrischungen durch ein "Käthchen" wieder den Zug besteigt.
(Dazu ausführlich: Emig, Günther: Das "Käthchen" in der Käthchenstadt Heilbronn. Der preußische Kronprinz besucht 1872 die Stadt am Neckar. In: Heilbronner Kleist-Blätter 26. 2014)

1890-08-22
Fahrt von Mitgliedern der hiesigen Deutschen Partei nach Kissingen zur Huldigung an den Fürsten Bismarck. Die zufällig mit ihrem Mann dabei anwesende Frau Emma Moosbrugger erhält von Bismarck als Vertreterin des Käthchens von Heilbronn eine Rose.

1922-03-01
Nach dem Umbau des Varietélokals Käthchen (Kirchbrunnenstraße 15) eröffnet Christian Bauer (Heilbronn) heute sein Weinhaus Orchideen-Diele.

1922-07-11
Die Neckar-Zeitung regt an, am Käthchenhaus (Marktplatz 1) den "draufgekleisterten Putz" zu entfernen, was leicht mit den gegenwärtigen Umbauarbeiten verbunden werden könne.

1923-08-20
Die Verhandlungen der Stadt mit der Neckar AG wegen der Beteiligung an den Kosten des Hauptsammelkanals für die Abwässer durch die AustraBe nach Neckarsulm werden zum Abschluß gebracht. Die Neckar AG zahlt die Hälfte der Kosten nach der Abrechnung und baut den Kanal auf Neckarsulmer Markung auf eigene Rechnung. Die Einführung der Abwässer soll vorläufig in den Neckar unterhalb der Neckarsulmer Brücke erfolgen ("Käthchen-Sprudel").

1923-09-06
Auf Vorschlag der Bauabteilung benennt der Gemeinderat zahlreiche Baustraßen. Es sind dies die "Randstraße", die "Hohrainstraße", die "Friedrich-Dürr-Straße" (zur Erinnerung an den Archivar und Heilbronner Geschichtsschreiber Dr. Friedrich Dürr) im südlichen Teil. Im westlichen Stadtteil (Halbmond) "Schießhausstraße" und "Schießhausplatz", "Schlachthofstraße" und "Schützenstraße", "Wacks-", "Kornacher-", "Mylius-", "Franz-Renner-" und "Käthchenstraße"; im Norden der "Theaterplatz"; im Industriegebiet die "Füger-", die "Hans-Seyfer-", die "Konrad-Erer-", die "Hans-Riesser-" und die "Imlinstraße" sowie im östlichen Stadtteil "Schlizstraße" und "Adelberger Straße".

1924-09-28
Das Stadttheater eröffnet die diesjährige Spielzeit mit Heinrich von Kleists "Penthesilea".

1925-05-09 - 1925-05-10
Der Verkehrsverein veranstaltet das Heilbronner Frühlingsfest. Auf dem Programm stehen Konzerte und andere künstlerische Darbietungen. Am Sonntagabend werden Marktplatz, Rathaus, Käthchenhaus und Rauchsches Palais beleuchtet. Der Kiliansturm wird nach Art der Heidelberger Schloßbeleuchtung bengalisch beleuchtet, was von den Zuschauern begeistert aufgenommen wird.

1925-09-30
Im Stadttheater hat Heinrich von Kleists Fragment eines Trauerspiels, "Robert Guiskard, Herzog der Normänner" Premiere. Anschließend wird "Der zerbrochne Krug" von Kleist gespielt. Die Hauptrollen in der Inszenierung von Paul Schmid sind mit Martha Arendt, Meta Link und Karl Milling besetzt.

1929-01-15
Nach der erfolgreichen Aufführung des Stückes "Dennoch bleib ich" beabsichtigt die Laienspielschar, während des Schwäbischen Turnfests Heinrich von Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" zu geben. Sie gründet deshalb heute einen vorbereitenden Ausschuß.

1929-03-14
Der Gemeinderat beschließt, daß sich die Stadt mit 2.000 RM Garantierücklage beim Ausschuß zur Vorbereitung des Festspiels "Käthchen von Heilbronn" beteiligt. Von privater Seite sind bisher 15.000 RM aufgebracht worden. Es sollen insgesamt 25.000 RM zusammenkommen. Das Schauspiel wird ab 30. Juni an Samstagen und Sonntagen als Freilichtspiel im Deutschhof gegeben.

1929-04-25
Auf Anregung von Gemeinderat Peter Bruckmann wird die Stadt die Aufführung des Festspiels "Das Käthchen von Heilbronn" mit folgenden Maßnahmen unterstützen: bei Regenwetter wird das Stadttheater zur Verfügung stehen, benötigte Geräte usw. werden aus dessen Fundus abgegeben. Zur Frage der Vergütung sollen noch Informationen über "das bisher Übliche" eingeholt werden.

1929-05-22
Beim Plakatwettbewerb für das Käthchenfestspiel wird der erste Preis auf die Entwürfe der Heilbronner Kurt Quattländer und Albert Hammel verteilt. Der Entwurf von Quattländer soll ausgeführt werden.

1929-06-11
Auf Einladung des Historischen Vereins spricht Studienrat Dr. August Köhler (Heilbronn) über Heinrich von Kleists Schauspiel "Das Käthchen von Heilbronn".

1929-06-30
Im Hof des Landgerichts führt die Heilbronner Laienspielschar heute erstmals Heinrich von Kleists "Käthchen von Heilbronn" als Freilichtspiel auf. Aus diesem Anlaß findet im Stadttheater eine Morgenfeier mit einer Festrede des Schriftstellers Walter von Molo (Präsident der Preußischen Dichterakademie, Berlin) über die wahre Dichtung, die Aufgabe des Dichters und des Theaters statt. Er erklärt, daß der dramatischen Kunst besser gedient sei, wenn die Subventionierung der Theater wegfiele. An der Aufführung, die von Oberspielleiter Paul Schmid geleitet wird, wirken etwa 300 Personen und 20 Pferde mit. Etwa 1.200 Personen können jeder Aufführung beiwohnen (bis September wird an Samstagen und Sonntagen gespielt). Die Spielschar, die jede Rolle doppelt besetzt hat, tritt unter dem Motto "Die Gemeinschaft derer, die einander nichts als Menschen sein wollen" an.

1929-07-14
Reichsernährungsminister Hermann Dietrich (Berlin) besucht eine Aufführung der Käthchenfestspiele.

1929-08-20
25. Aufführung bei den Käthchenfestspielen.

1929-09-23
Letzte Aufführung der Käthchenfestspiele im Hof des Landgerichts. In den 43 Aufführungen wurden insgesamt 45.000 Besucher gezählt. Sie kamen aus ganz Deutschland. Der Überschuß (5.000 RM) wird dem Baufonds des Kiliansturmes zugeführt.

1929-10-12
Abschlußfeier der Käthchenfestspiele.

1930-06-27
Das Haus am Markt (Marktplatz 1, Inhaber: Kaufmann August Dietzsche), als Käthchenhaus bekannt, ist einer Erneuerung unterzogen worden. Der Verputz wurde entfernt und die Steinmauern freigelegt. Die Kosten betragen etwa 25.000 RM, die Stadt gibt 11.000 RM als Darlehen.

1930-07-11
Nachdem der Verputz entfernt worden ist, wird nun das Gerüst am Käthchenhaus abgebaut. "Das Haus macht im rohen Stein mit der scharfen Herausarbeitung des Erkers und der Dachpartien einen sehr schönen, gesicherten und festen Eindruck. Es ist eine Zierde des Marktes."

1933-10-03
Im Stadttheater hat das Schauspiel "Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist in der Inszenierung des neuverpflichteten Oberspielleiters Josef Stauder Premiere.

1933-05-27
In der Volkshochschule beginnt eine Vortragsreihe über Heinrich von Kleist und sein Werk.

1936-10-14
Im Stadttheater haben die beiden Lustspiele "Der Bürgergeneral" von Johann Wolfgang von Goethe und "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist in der Inszenierung von Fred Schroer Premiere.

1941-03-09
"Das Laientanzspiel vom Käthchen von Heilbronn", eingerichtet von Elisabeth Merkel nach Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, wird im Stadttheater aufgeführt. Mitwirkende sind eine Gemeinschaft aus verschiedenen Heilbronner Gymnastik- und Volkstanzgruppen und das HJ-Bannorchester unter Leitung von Paul Kachler.

1941-09-11
Die Volksbildungsstätte der NS-Gemeinschaft KdF [Kraft durch Freude] lädt zu einem Vortrag und zu einer Lesung über "Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist als Vorbereitung für eine Festaufführung im Stadttheater ein.

1941-09-30
Im Stadttheater findet die Premiere des Dramas "Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist statt. Richard Rau hat das Werk inszeniert. Die Bühnenmusik wurde von Kapellmeister Willy Nölling komponiert. Die Kostüme stammen von Walter Kurz und Gretel Wengert.

1941-11-09
Das Ensemble des Stadttheaters gibt zum Gedenken an den 9. November 1923 für die HJ eine geschlossene Vorstellung des Schauspiels "Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist.

1942-09-15
Im Stadttheater findet die Premiere des Schauspiels "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist statt. Regie führt Werner Schlauerer.

1942-09-22
Zur Zeit führt die Soldatenbühne des Wehrkreiskommandos V im Rahmen der Truppenbetreuung für die Soldaten in Heilbronn das Lustspiel "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist auf.

1943-06-10
Im Stadttheater findet die Premiere des Schauspiels "Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist statt. Mit dieser Inszenierung verabschiedet sich Franz Zellhausen, der an das Landestheater in Linz wechselt, vom Heilbronner Publikum.

1943-06-18
Auch die Schauspielerin Ary von Heister verläßt das Heilbronner Stadttheater und verabschiedet sich in einer Aufführung des Schauspiels "Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist von ihrem Publikum.

1943-10-03
Der Tischtennisclub 1930 Heilbronn führt in der Turnhalle der Dammschule das dritte Heilbronner Pokalturnier durch, an dem sich 22 Mannschaften aus Kassel, Frankfurt/ Main, Worms, Darmstadt, München, Karlsruhe, Stuttgart und Heidelberg sowie verschiedene Heilbronner Vertretungen beteiligen. Bei den Männern holt sich das Münchner Doppel den Erich-Neumann-Pokal, bei den Frauen sichern sich die Frankfurterinnen den Käthchen-Wanderpreis.

1947-10-20
Beginn des Wiederaufbaus des am 4. Dezember 1944 ausgebrannten Käthchenhauses am Marktplatz mit der Errichtung des Baugerüstes.

1948-06-18
Im Künstlertheater Heilbronn (Sontheim) Premiere des Kleistschen Schauspiels "Das Käthchen von Heilbronn" durch das Schillertheater Ludwigsburg.

1948-09-01
Das Käthchenhaus befindet sich im Wiederaufbau.

1948-11-08
Zur Eröffnung ihrer Spielzeit 1948/49 führt die Junge Bühne im Theatersaal (Sontheim) das Lustspiel "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist auf.

1948-11-13 - 1948-11-14
Sontheimer Kirchweih: Aus diesem Anlaß spielt die Junge Bühne im Sontheimer Theatersaal zweimal das Lustspiel von Heinrich von Kleist "Der zerbrochne Krug".

1949-02-26
Der Erker des Käthchenhauses am Marktplatz wurde jetzt zu Abschluß der Renovierung des Gebäudes erneuert.

1950-01-14
Eröffnung einer neuen Gaststätte - Käthchenstüble - in der Roßkampffstraße 24 (Wirt: Emil Brucker).

1950-10-09
Schülervorstellung der Unterländer Volksbühne in den Scala-Lichtspielen mit Heinrich von Kleists Lustspiel "Der zerbrochne Krug".

1951-10-27
Aufruf von Mitgliedern der einstigen Spielschar Heilbronn (1927-1931) zur Neubildung einer solchen für die wieder geplanten Freilichtaufführungen des Schauspiels "Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist im Deutschhof.

1952-06-12
Die neuangelegte Käthchenstraße zwischen Frankfurter und Karlsruher Straße wird dem Verkehr übergeben. 1953 wird sie in Theresienstraße umbenannt und bis zur Badstraße fortgeführt.

1952-09-03 - 1952-09-15
Deutschhof-Festspiele mit dem Schauspiel "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist: Unter der Regie von Wilhelm Speidel spielen Dorothea Mayer vom Schauspielhaus Hamburg die Hauptrolle, Waldemar Leitgeb vom Badischen Landestheater Karlsruhe den Graf Wetter vom Strahl. Trotz ungünstigen Wetters sind sämtliche Vorstellungen ausverkauft. - Während der Festspiele dürfen die Geschäfte im Stadtkreis an den Sonntagen (7. und 14. September) von 11-18 Uhr geöffnet haben.

1952-09-08
Vortrag von Lüder Wortmann, Dramaturg an den Städtischen Bühnen Augsburg, im Amerikahaus über das Schauspiel "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist.

1953-01-19
Gastspiel der Württembergischen Landesbühne Esslingen mit "Der Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist im Metropol-Lichtspieltheater.

1953-07-11 - 1953-07-12
Erstes Bundestreffen der Schwabenvereine nach dem Kriege. […] Zum Abschluß nehmen die Schwabenvereine an einer Aufführung des Schauspiels "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist bei den Deutschhof-Festspielen teil.

1953-07-19
Letzte Vorstellung des Schauspiels "Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist im Deutschhof, die wiederum ausverkauft ist.

1957-09-05
Eröffnung der Spielzeit 1957/58 des Kleinen Theaters im Gewerkschaftshaus mit "Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist vor geladenen Gästen. In der Inszenierung von Walter Bison spielen Wolfgang Hinze, Peter Henning, Ursula Münch, die alle zusammen mit Eberhard Schwab zu den neu verpflichteten festen Ensemblemitgliedern zählen, und Loucie Heldt die Hauptrollen. Das Bühnenbild stammt von Walter Pietsch, die Bühnenmusik von Jörg Faerber.

[Lücke. Der entsprechende Band ist noch nicht erschienen.]

1964-06-02
Der Bauzuschuß beauftragt den Bildhauer Dieter Läpple mit der Herstellung des Käthchenbrunnens beim Historischen Museum. Läpple hatte seinen Siegerentwurf nach öffentlicher Kritik dem Wunsch des Gemeinderats entsprechend angepaßt.

1964-09-27
Die TG [Turngemeinde] Heilbronn richtet im Heilbronner Stadion den Endkampf der württembergischen Mannschaftsmeisterschaften der A-Klasse der Leichtathleten aus. Im Heilbronner Hallenbad organisiert der Verein erstmals ein Kilians- und Käthchenpokal-Schwimmen. Die Brauerei Cluss stiftet den Kilianspokal für die beste Herrenmannschaft, die Rosenaubrauerei die Käthchenschale für das beste Damenteam.

1964-11-26
Eine Delegation des Heilbronner Gemeinderats besucht im Rahmen ihrer dreitägigen Informationsreise nach Wolfsburg auch den Heilbronner Dieter Läpple in seinem Braunschweiger Atelier. Der Künstler erhält noch einzelne Anregungen für die Gestaltung seines Käthchenbrunnens: u. a. müsse der verrutschte Po angehoben werden.

1964-12-02
Redakteur Werner Thunert fordert in der Heilbronner Stimme bezüglich des Käthchenbrunnens von Dieter Läpple "Bitte nicht dieses Käthchen! Dann lieber nichts."

1965-01-11
Die zahlreichen Leserbriefe veranlassen den Gemeinderat, eine Delegation (Oberbürgermeister Paul Meyle, Franziska Schmidt und Eduard Hilger) ins Atelier von Bildhauer Dieter Läpple nach Braunschweig zu senden. Am kommenden Wochenende besichtigt diese das überarbeitete Gipsmodell des Käthchenbrunnens und stimmt dem Entwurf zu.

1965-02-12
Bei der Abschlußfeier in der Harmonie verabschiedet Professor Friedrich Aßmus die 37 erfolgreichen Absolventen der Staatlichen Ingenieurschule Heilbronn. Im Anschluß ziehen die Ingenieure durch die Innenstadt und stellen auf den derzeit wegen der Renovierungsarbeiten freien Sockel des Fleiner-Tor-Brunnens eine aus Autoteilen gestaltete Käthchenskulptur ("Techniker-Käthchen").

1965-04-13
Das Uhrengeschäft Hespelt hat eine Goldmünze, den Heilbronner Dukaten (4 g) in Feingold (Heilbronner Käthchen-Medaille in Münzgold) prägen lassen. Die Vorderseite zeigt das Porträt einer jungen Frau in mittelalterlicher Kleidung und die Inschrift "Käthchenstadt Heilbronn am Neckar", die Rückseite das alte Reichswappen mit der Inschrift "Heilbronn am Neckar - Helibrunna".

1965-05-20
Seit einigen Tagen ist die Brunnenanlage für den Käthchenbrunnen fertiggestellt. Das Wasser fließt bereits, die Skulptur muß noch aufgestellt werden.

1965-07-09
Der von Bildhauer Dieter Läpple geschaffene Käthchenbrunnen an der Fischergasse wird enthüllt. Bürgermeister Erwin Fuchs erläutert den zahlreichen Zuschauern die Ansicht des Kulturausschusses und des beratenden Gremiums: "Wir meinen, daß Dieter Läpple das Somnambule, in dem das Käthchen das ihr vorherbestimmte Schicksal und das Wunderbare als Wirklichkeit erleben sollte, aufzunehmen wußte. Wir sehen das handelnde, voranschreitende, kämpfende und opferbereite Käthchen verkörpert." Als Grafiker Bruno Seeliger ein Protestplakat aufstellt, zeigt sich Dieter Läpple überaus empört.

1965-07-23
Die Heilbronner Stimme schließt die Veröffentlichung von Leserbriefen zum Käthchenbrunnen von Dieter Läpple ab. Neben Befürwortern hatte sich vor allem eine große Zahl von Kritikern gemeldet. Mit seiner Bemerkung auf einer Pressekonferenz, das Repräsentations-Käthchen sei Kitsch, löste Oberbürgermeister Paul Meyle erheblichen Widerspruch aus.

1965-07-29
Der Gemeinderat befaßt sich mit dem Käthchenbrunnen. Oberbürgermeister Paul Meyle erinnert an den einstimmigen Beschluß des Verwaltungsausschusses für den Entwurf von Dieter Läpple. "Das Käthchen von Kleist hat Heilbronn bekannt gemacht. Das Läpple'sche Käthchen hat Heilbronn berühmt gemacht." Gestern habe jemand versucht, die Skulptur vom Sockel zu stürzen, was nicht gelungen sei. Die Verwaltung habe inzwischen einen Kunstsachverständigen gebeten, eine Beurteilung über das Werk abzugeben.

1965-07-30
Mit einem Umzug durch die Innenstadt verabschieden sich die 51 erfolgreichen Absolventen der Staatlichen Ingenieurschule Heilbronn im Anschluß an die Diplomierungsfeier in der Harmonie von den Heilbronner Bevölkerung. In der Nacht stellen einige Studenten eine aus Stahl und Blech gefertigte Käthchenskulptur neben dem Käthchenbrunnen von Dieter Läpple auf, die bald von der Polizei wieder entfernt wird.

1965-08-17
Die Skulptur des Käthchenbrunnens wird im Schutz der Dunkelheit mit Eiern und Ölfarbe beschmutzt und der Sockel wird beschädigt. Bisher hatte es lediglich neben den Leserbriefen Proteste in Form von Plakaten, die an die Figur gehängt worden waren, gegeben. Diese waren jedes Mal stillschweigend entfernt worden.

1965-09-21
Oberbürgermeister Paul Meyle bittet im Gemeinderat, die Diskussion um die Käthchenskulptur von Dieter Läpple zu beenden. Bürgermeister Erwin Fuchs gibt in einer Stellungnahme seines Dezernats eine Zusammenstellung der Entscheidungen und Beratungen über den Käthchenbrunnen.

1965-10-31
Zum Pokalschwimmfest der TG Heilbronn kommen zahlreiche württembergische Vereine ins Heilbronner Hallenbad. Der Kilianspokal geht an die Herren der TG, die Käthchenschale an die Damenmannschaft des DJK Sportbunds Heilbronn.

1966-11-13
Die TG Heilbronn richtet im Stadtbad den Wettbewerb um die Käthchenschale und den Kilianspokal aus. Beide Trophäen gehen an die Mannschaften vom DJK Sportbund Heilbronn.

1967-09-10
Trotz des schlechten Wetters kommen rund 1000 Zuschauer zum ersten Großflugtag für Modellflugzeuge mit Motor der Modellflugzeuggruppe innerhalb der Fliegergruppe Heilbronn auf den Flugplatz Waldheide. Der Weltmeisterschaftsdritte Kurt Bauerheim (Böblingen) gewinnt den Käthchenpokal.

1967-11-05
Die Schwimmer von Nikar Heideiberg gewinnen beim diesjährigen Pokalschwimmen der TG Heilbronn im Hallenbad den Kilianspokal (Stifter: Brauerei Cluss). Die Käthchenschale (Stifter: Rosenaubrauerei) geht an die Schwimmerinnen des DJK Sportbund Heilbronn e. V.

1968-02-01
Neu gestaltete Käthchenpüppchen werben für die Stadt.

1968-04-27 - 1968-04-28
Am Heilbronner Käthchenpokal-Tischtennisturnier des TV Sontheim beteiligen sich 240 Spieler. Mit dieser erstmals nach dem Krieg durchgeführten Veranstaltung feiert die Abteilung ihr 20-jähriges Bestehen (1941 hatte der Tischtennisclub 1930 bereits ein solches Turnier veranstaltet). [...]

1968-05-27
Die umstrittene Skulptur am Käthchenbrunnen von Bildhauer Dieter Läpple ist in der Nacht von Unbekannten um einen Knaben ergänzt worden.

1968-07-17
Der 14jährige Michael Grube, der an der Musikhochschule Heidelberg in der Klasse seines Vaters Max-Ludwig Grube studiert, erhält den Hermann-Meister-Preis. Bürgermeister Erwin Fuchs zeichnet den Künstler mit dem silbernen Käthchenlöffel aus.

1968-07-27 - 1968-07-28
Der Großflugtag, den die Fliegergruppe Heilbronn auf dem amerikanischen Flugplatz Waldheide veranstaltet, findet beim Publikum große Resonanz. Ungefähr 1000 Interessenten sehen den zahlreichen Vorführungen zu. Der Käthchenpokal geht an Helmut Csalinsky (Esslingen).

1968-11-17
Im Hallenbad veranstaltet die TG Heilbronn ihr traditionelles Pokalschwimmfest um den Kilianspokal (Herren) und die Käthchenschale (Damen). Beide Pokale gehen an den DJK Sportbund Heilbronn.

1969-03-08
Das Fachgeschäft für Uhren und Juwelen Hans Luithle (Deutschhofstraße 2) hat eine neue Käthchen-Medaille geprägt (8 g schwere Goldmünze).

1969-12-19
Nach Rücksprache mit den städtischen Ämtern fordert der Amateur-Tanz-Club Blau-Gold die Mädchen zwischen 16 und 19 Jahren auf, sich um die Wahl zum "Amtskäthchen" zu bewerben. Dieses soll "der aufstrebenden Industrie-Großstadt" den dringend benötigten kulturellen Touch und auch ein freundliches Jungmädchen-Gesicht geben.

1970-01-10
Die Leuchtreklame der Firma IOS am Käthchenhaus erregt die Gemüter. Der Verwaltung wird vorgeworfen, diese "Verschandelung" zugelassen zu haben.

1970-04-04
Beim Käthchenball, den der Amateur-Tanz-Club "Blau-Gold" Heilbronn e. V. mit Unterstützung der Stadt und mehrerer Turnvereine in der Harmonie veranstaltet, findet erstmals die Wahl eines Käthchens statt. Siegerin unter 16 Bewerberinnen wird die 17jährige Oberschülerin Evelyn Friedrich. Zusammen mit Vize-Käthchen Gisela Hirth (17 Jahre) tritt sie die Nachfolge von "Rathaus-Käthchen" Traudel Rohrbach an.

1970-12-08
Die Stadtverwaltung will den Käthchenbrunnen durch eine Kette vor rücksichtslosen Parksündern schützen, nachdem Hinweisschilder und Strafzettel keine Wirkung zeigten.

1971-01-02
Das Festjahr 1971, Motto "600 Jahre Selbstverwaltung", wird mit einem Bürgerempfang im Rathaus eingeleitet. Von 110 geladenen Heilbronnern, die von Käthchen Evelyn Friedrich aus der Einwohnerkartei ausgelost worden waren, kommen 56.

1971-01-09 - 1971-01-10
In der Mönchseehalle richtet die Fechtabteilung der TG Heilbronn einen Länderkampf der Junioren-Florettfechter mit Österreich, den die Mannschaft der Bundesrepublik gewinnt, und den Wettbewerb um den Käthchenpokal mit 142 Fechtern aus sechs Nationen aus.

1972-01-09
Mathias Behr (Tauberbischofsheim) gewinnt das zweite internationale Käthchen-Pokalturnier im Herrenflorett der TG Heilbronn in der Mönchseehalle unter 120 Fechtern aus sechs Nationen.

1972-03-25
Im Rahmen des vom Amateur-Tanz-Club "Blau-Gold" organisierten Käthchenballs wird Annette Wieder als Nachfolgerin von Evelyn Friedrich zum Käthchen gewählt.

1973-05-19 - 1973-05-20
Mit 420 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, darunter 230 Jugendlichen, vermeldet die Tischtennisabteilung des TSV Sontheim bei ihrem sechsten Käthchen-Tischtennis-Pokalturnier einen neuen Rekord.

1973-07-07
Nach dem Tod seines Vaters Wilhelm Schmitt hat Karl Schmitt die Personenschiffahrt Karl und Wilhelm Schmitt (Liebermannstraße 6) wegen Unrentabilität eingestellt. Die beiden Schiffe Käthchen von Heilbronn (98 Sitzplätze) und Adler (190 Sitzplätze) werden verkauft.

1974-02-23 - 1974-02-24
Die Fechtabteilung der TG Heilbronn richtet in der Mönchseehalle das dritte internationale Käthchen-Pokalturnier (Jugend-Florett) aus. Die 167 Teilnehmer aus acht Nationen tragen auf 14 Bahnen ca. 950 Gefechte aus.

1974-03-30
Im Rahmen des vom Amateur-Tanz-Club "Blau-Gold" Heilbronn ausgerichteten Käthchenballs in der Harmonie wird Elke Winkler aus der Reihe von neun Bewerberinnen als Nachfolgerin von Annette Wieder zum Käthchen gewählt. Gudrun Kaps wird Vize-Käthchen. Im Vorraum zeigt Richard Hohly (Bietigheim) Siebdrucke mit Käthchenmotiven, die erworben werden können.

1974-05-11 - 1974-05-12
Auf dem Marktplatz gastiert die Traber-Show mit insgesamt drei Vorstellungen. Die Artisten haben ein 150 m langes Hochseil vom Käthchenhaus zu einem 52 m hohen Mast gespannt. […]

[Neuere Bände liegen noch nicht vor.]


Zusammenstellung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 19. 4. 2018